Der Wolpertinger

Der Wolpertinger (lat. lepus cornutus, in Varianten auch Crisensus bavaricus) ist ein vor allem in Bayern weit verbreitetes und häufig als Fabelwesen bezeichnetes Tier. Heimisch v.a. in Gebirgsregionen, ähnelt es häufig einem Hasen oder Murmeltier mit Flügeln und Geweih, selten auch dem Auerhahn mit Geweih, manchmal mit Hasenpfoten und weiteren artuntypischen Extremitäten und Attributen, und wird folglich auch häufig mit eben diesen verwechselt. 

„Namensherkunft: Der heutige Name kann leicht variieren, je nach Gegend heißt er auch Wolperdinger, Woipertinger, Woiperdinger, Volpertinger, Walpertinger oder Wulpertinger.
In Teilen Niederbayerns wird das Fabelwesen als Oibadrischl bezeichnet, in der Oberpfalz als Rammeschucksn, in Niederösterreich und Teilen Salzburgs ist der Begriff Raurackl in verschiedenen Schreibweisen geläufig. Der Schriftsteller Ludwig Ganghofer bezeichnete das Wesen als Hirschbockbirkfuchsauergams. Die Brüder Grimm berichten in ihrer Deutschen Sagensammlung von einem Wesen, das 1753 Kreißl genannt wurde, und auch der Sprachforscher Johann Andreas Schmeller nannte die Nähe zum heutigen kreischen.
Die Herkunft der Bezeichnung Wolpertinger ist ungeklärt. Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum in München führt die Bezeichnung auf Glasmacher aus der Ortschaft Wolterdingen bei Donaueschingen zurück. Diese fertigten Schnapsgläser in Form von Tiergestalten, die allgemein Wolterdinger genannt wurden. Durch sprachliche Abschleifung soll daraus der Wolpertinger entstanden sein. Eine weitere Worterklärung liefert der Große Brockhaus von 1994, Bd. 24. Danach ist Wolpertinger mit mundartlich „Walper“ verwandt, einer Entstellung von Walpurgisnacht.“ (Quelle: wikipedia.de)

Seinen Ursprung hat der Wolpertinger möglicherweise bei Tieren, die mit dem Kaninchenpapillomvirus infiiziert waren, bei befallenen Tieren bilden hornartige Auswüchse am Kopf und selten auch am Körper.

Einen großen Boom erlebte der Wolpertinger im 19ten und beginnenden 20ten Jahrhundert, als Tierpräperaturen besondere Phantasie dabei entwickelten, neue Geschöpfe aus dem Teilen der unterschiedlichsten Tierarten zusammenzusetzen. 
Die bekannten Exemplare (Wolpertinger-Museum in Mittenwald, Deutsches Jagd- und Fischereimuseum München, Urwelt-Museum in Bayreuth sowie im Internet) zeigen ein breites Spektrum an Kombinationen. Selbst exotische Unterarten mit zwei Katzenköpfen, jedes mit einem Geweih, sind bereits gesichtet worden.
Böse Zungen behaupten, dass geschäftstüchtige Bayern den Wolpertinger nur erfunden haben, um die ausgestopften Fälschungen neu entdeckter besonders spektakülärer Tierarten an unwissende Fremde teuer verkaufen zu können

Einige weitere Exemplare:
„Baumgugler (Hörner, Frischlingskopf, Oackatzlschwoaf, Entenfüße)
Dergl (Flügel, Entenbeine, Hundekörper)
Deublstenz (Fuchskopf, Einhorn, Flügel, Gämsenhufe)
Dreialmerziach (Hasenkopf, Hahnenkamm, Entenfüße, Rehkörper, Oachkatzlschwoaf)
Ramlnasn (Hirschkopf, Flügel, zwei Hufe, Vorderbeine eines Eichhörnchens)
Stessprotzerl (Katzenkopf mit Säbelzähnen, Flügel, Marderkörper, Echsenschwanz)
Wasserratznkrick (Fischkopf, Otterkörper und Krebsscheren)
Rasselbock (Kaninchenkopf und Körper,Flügel und Hörner)“
(Quelle: Monster-Wiki)

Auch eine Verwandtschaft mit den weltweit bekannten und verbreiteten Arten wie Greifen, Sphinxen, Harpyen, Satyren, Zentauren, ja sogar Einhörnern und Drachen wird heute heftig diskutiert. Neuere Forschungen zum Thema Wolpertinger sind ebenso im Netz zu finden, und es werden auch täglich noch neue Arten entdeckt und dokumentiert, die Suche lohnt sich also!

Jagd: Der Legende nach gilt der Wolpertinger als sehr scheu. Die verschiedenen Arten der Jagd auf ihn unterscheiden sich regional sehr deutlich. Eine bekannte Jagdregel lautet: Wolpertinger können ausschließlich von jungen, gutaussehenden Frauen gesichtet werden, wenn diese sich in der Abenddämmerung bei Vollmond der Begleitung eines rechten, zünftigen Mannsbildes anvertrauen, das die richtigen Stellen an abgelegenen Waldrändern kennt.
Eine andere Regel besagt, dass man ihn nur fangen kann, wenn man ihm Salz auf den Schwanz streut. Ebenfalls geläufig sei die Methode, bei Vollmond mit einer Kerze, einem Sack, einem Stock und einem Spaten loszuziehen. Der Sack wird durch den Stock offen gehalten und die Kerze wird vor die Öffnung des Sackes gestellt. Wird der Wolpertinger durch das Kerzenlicht angelockt, kann man ihn mit Hilfe des Spatens in den Sack treiben. Es ist auch eine andere Methode überliefert: Eine Darstellung beschreibt den Wolpertinger mit verschieden langen Beinen rechts und links, so dass er nur auf freistehenden Hügeln in einer festgelegten Richtung laufen kann. Wenn es gelingt, ihn so zu erschrecken, dass er umkehrt und zurücklaufen will, fällt er zwangsläufig um und kann rasch eingefangen werden (siehe auch Hanghuhn).“ (Quelle: wikipedia.de)

„Wolpertinger-Museum in Mittenwald: Die alpenländische Antwort auf den Yeti besteht wahlweise aus Hasen mit Hörnern oder (seltener) aus Böcken mit Hasenohren und wird überwiegend mitten im Wald unter Ausschluss der Öffentlichkeit von Gastwirten erlegt, die ihre Trophäe ausstopfen lassen und im Gastraum aufhängen.
Der Wolpertinger existiert also nachweisbar tatsächlich und wird vor allem von Preußen gefürchtet. Zumal er sich, wie das Jagd- und Fischereimuseum in der Landeshauptstadt München hochoffiziell mitteilte, neben Pflanzen und Wurzeln am liebsten von preußischen Rund- oder Weichschädeln ernährt.
Zusammenhang zwischen Geigen und Wolpertinger?
Mittenwald ist für seinen Instrumenten-, insbesondere den Geigenbau bekannt, wovon man sich im Geigenbaumuseum überzeugen kann. Das könnte zusammenhängen: Angeblich lassen sich Wolpertinger vom dem übelklingenden Gekratze blutiger Anänger auf der Violine abschrecken und machen einen großen Bogen darum. Man sollte sich aber davor hüten, die Wolpertinger allzusehr zu vermenschlichen.“ (Quelle: Wolpertinger-Museum Mittenwald)

Grenzenlose Liebe: Begonnen hatte alles vor 100 Jahren mit der ganz großen Liebe zwischen einem Hasen und einem Rehbock. So groß soll diese Liebe gewesen sein, dass beide Tiere ein gemeinsames Junges zur Welt brachten. Als die anderen Waldtiere nun das gehörnte Hasenbaby sahen, muss ihnen bewusst geworden sein, dass Liebe tatsächlich jede Grenze sprengen kann.

Und nachdem sich auch Hase und Ente, Marder und Hecht, Fuchs und Fasan irgendwie gefunden hatten, entstand eben der Wolpertinger – ein Mischwesen aus allem, was im bayrischen Wald so kreucht und fleucht. Kein Wunder also, dass kein Wolpertinger dem anderen gleicht: Zwar besitzen viele Exemplare einen gehörnten Hasenkopf mit Entenflügeln. Aber daneben sollen bereits Tiere mit dem Körper eines Wildschweins oder sogar den Flossen eines Hechts gesichtet worden sein.

Wissenschaftliche Zweifel berechtigt? So etwas kann es doch gar nicht geben, sagt ihr jetzt? Zweifelsohne stimmen euch sämtliche Wissenschaftler und Biologen zu: Eine Paarung zwischen Vögeln und Wildschweinen, Fischen und Nagetieren – völlig unmöglich! Tatsächlich wurde noch kein einziges Exemplar lebend gefangen. Böse Zungen behaupten sogar, der Wolpertinger habe an einem ganz anderen Ort das Licht der Welt erblickt: nämlich in der Werkstatt eines scherzfreudigen Tierpräparators. Dieser soll - wie ein tierischer Doktor Frankenstein - verschiedene Teile von Tieren einfach zusammengesetzt und an ahnungslose Touristen verkauft haben.

Aber würde dann das "Deutsche Jagd- und Fischereimuseum" in der Münchner Innenstadt zahleiche ausgestopfte Wolpertinger ausstellen, wenn sie nur Fälschungen wären? Oder gäbe es wirklich ein "Internationales Mittenwalder Wolpertinger Museum"? Bayrische Jäger, zumindest diejenigen, die einen ausgestopften Wolpertinger im Wohnzimmer stehen haben, sind sich sicher: Den Wolpertinger gibt es wirklich! Schließlich haben sie das Tier ja mit eigenen Augen gesehen und erlegt! Sagen sie.

Größtenteils harmlos: Eine wirkliche Jagdleistung wäre das nicht. Denn obwohl ein Wolpertinger recht gefährlich aussehen kann, sollte eine Begegnung mit dem friedfertigen Tier in der Regel harmlos verlaufen: Nur Wurzeln und Kräuter, gelegentlich auch einmal kleinere Tiere und Insekten stehen auf seinem Speiseplan, keine ausgewachsenen Menschen.

Allerdings soll der Speichel des Geschöpfes zu seltsamen Nebenwirkungen führen. Wo die Wolpertinger-Spucke auf der Haut landet, sprießen auf der Stelle Haarbüschel hervor. Und irgendwo in seinen Genen muss sich auch ein Stinktier verstecken: Denn dem bestialischen Geruch, den ein Wolpertinger zur Verteidigung verspritzt, lässt sich auch mit Duschgel und Seife nicht beikommen. Er verschwindet erst wieder nach sieben Jahren - wie von Zauberhand.“ (Quelle: http://www.geo.de)

 

 

 

 

 
 
 

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